Die letzten Monate in Bildern

Viel ist passiert seit dem letzten Eintrag. Die geringe Frequenz an Homepage-Aktualisierungen war natürlich umgekehrt proportional zu unserer Bautätigkeit. Was ist seit dem Stroheinbau geschehen?

Mehr als nur Matsch - Lehm als ökologischer Baustoff bei der Verarbeitung
Mehr als nur Matsch – Lehm als ökologischer Baustoff bei der Verarbeitung

Da trockenes Stroh und feuchter Regen auf Dauer nicht harmonisieren, haben wir mit der Hilfe von vielen HerferInnen die Außenwände in feinsten brandenburgischen Lehm verpackt. Die Fassade hat noch einen Regenschutz aus Kalkputz spendiert bekommen. Lehmwände sollen für ein super Raumklima sorgen, da sie den Feuchtigkeitsgehalt regulieren helfen. Und wer auf Erdtöne steht, spart sich auch noch den Farbanstrich.

15.000 Steine durchs Fenster
15.000 Steine durchs Fenster

Wie wir alle aus gut informierten Quellen wissen, können Häuser aus Stroh leicht weggepustet werden. Da haben wir natürlich vorgesorgt und alle Gebäudedecken mit Pflastersteinen ausgelegt. Damit bringt das Haus knapp 41 Tonnen an zusätzlichem Kampfgewicht auf die Waage. Eine stattliche Herausforderung für jede Wolfslunge. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Aktion ist sonst noch die bessere Dämmung von Trittschall, da die Decken durch die größere Masse weniger schnell in Schwingung geraten.

Zwei der vier Schokoladenseiten des Hauses

Dach und Fassade sind fertiggestellt. Im schönsten Wintersonnenschein pflastern unsere Lieblings-Handwerker*Innen von Hacke&Hobel die Einfahrt, bauen Parkplätze und buddeln sich mit ihrem Bagger durch die Erdschichten der vergangenen Jahrhunderte. Das ergab für uns spannende Erkenntnisse, was in Wustermark unter der Erde so abgeht oder eher abging. Zudem sind wir jetzt an das Abwassersystem angeschlossen – ein wahrlich prächtiger Moment, zum ersten Mal die Sanitär-Infrastruktur auf Herz und Nieren zu testen 😉

Dämmen mit Stroh: Einbau der Strohballen

In den letzten Wochen haben wir an der Außenwand gearbeitet, um uns für den Winter zu rüsten. Statt Polystyrol-Platten aus Erdöl, haben wir uns für nachwachsendes Baustoffe vom Feld um die Ecke entschieden. Mit Strohballen in der Außenwand können wir so bessere Dämmwerte erzielen, als üblicherweise im Hausbau erreicht werden.

Anlieferung der Stroballen
Anlieferung der Stroballen

Mit einem Gabelstapler und vielen helfenden Händen wurde das Stroh in die einzelnen Etagen gebracht.

 Schauen, ob alles passt
Schauen, ob alles passt

Die Ballen wurden mit Spanngurten in Form gepresst. Nach dem Einbau werden die Gurte gelöst und der Ballen dehnt sich wieder aus. Dabei drückt er sich in die Ecken des umgebenden Holzgefach.

Was nicht passt, wird passend gemacht...
Was nicht passt, wird passend gemacht…

Damit auch alles schön passt, wird der Strohballen mit sanftem Druck in seine endgültige Position gebracht.

Richtfest

Der Dachstuhl steht! Und dies haben wir in kleinem Kreis mit allen gefeiert, die durch ihre Unterstützung den Hausbau möglich gemacht haben. Noch einmal einen herzlichen Dank von uns an euch.

Im herrlichsten Sommerwetter hat der Kran die Richtkrone auf den Dachstuhl gesetzt. Unser Zimmermann hat in seinem Richtspruch dem Haus eine lange Zukunft gewünscht und es mit einem Schnapsglas-Wurf besiegelt. Na dann, auf geht’s …

Richtschmaus unterm Sonnensegel
Richtschmaus unterm Sonnensegel
Das Haus in seiner entgültigen Größe von der Straße aus gesehen
Das Haus in seiner entgültigen Größe von der Straße aus gesehen

… und es wächst und wächst!

Schneller als wir mit der Dokumentation hinterherkommen, wächst der Rohbau in die Höhe. Hier ein paar Eindrücke, aus unserem Lieblingsfenster heraus:

Das zweite Obergeschoss entsteht: die tragenden Wände sind schon fertiggemauert. Wegen seiner guten Ökobilanz, kommt als Baustein Kalksandstein zum Einsatz.

Der Deckenaufbau ist nahezu komplett aus nachwachsenden Rohstoffen. Genauso, wie später unsere Außenwände.

… und schließlich das Dachgeschoss.

Von den Plänen in die dritte Dimension: der Rohbau startet

Von den Plänen in die dritte Dimension: der Rohbau startet

In den vergangenen Monaten hockten wir über den Plänen und diskutierten hitzig über die vielen Entscheidungen. Die Früchte dieser Arbeit sind nun greifbar geworden und werden täglich größer. Vier Wochen reichten aus, um auf dem Gelände die erste Etage unseres Stroh-Lehmhauses zu errichten.

Alles begann mit ein paar Maschinen und einer unberührten Wiese…

Die Gräben für die Fundamente wurden ausgehoben, mit Drahtkörben ausgelegt und anschließend wieder mit Beton verfüllt.

Nachdem die Bodenplatte gegossen und die Anschlüsse gelegt waren, dominierten die Maurer*Innen den Bauplatz. In wenigen Tagen entstanden die Innenwände der ersten Etage.

Die Außenwände übernahm die Zimmerei. Jede Wand ist ein Rahmengestell aus Vollholz, der auf dem Bauplatz vormontiert und dann per Kran an den Zielort verfrachtet wurde. Die Fächer werden dann später mit den Strohballen ausgefüllt und isolieren das Haus vor dem brandenburgischem Winter. Die Stroh-Lehm Außenwand sorgt dafür, dass das Haus nur die Hälfte der Primärernergie verbraucht, wie ein herkömmlicher Neubau.

 

17. Mai: Spatenstich für den Neubau

Am 17. Mai wird sich unser Grundstück in eine große Baustelle verwandeln: Unser Stroh-Lehmhaus wird gebaut! Die ersten Gewerke sind beauftragt, die Planungen laufen auf Hochtouren und wir sind voller Vorfreude auf unser ökologisches KfW55-Haus mit Holzständern, Lehmputz und Strohdämmung, das für etwa 18 große und kleine Leute in drei Wohneinheiten ein zu Hause werden soll.

So ähnlich und in dieser Farben erstrahlt bald unser neues Haus:

The best time to plant a tree…

…was thirty yeras ago. Der nächstbeste Zeitpunkt war vor ein paar Wochen, als es akut so aussah, als ob es jetzt Winter wird. Da haben wir noch schnell zwei Pfirsichbäumchen umgepflanzt. Damit haben wir inzwischen schon ein Dutzend Bäumchen auf dem Gelände neu- oder umgepflanzt. Jetzt sind wir gespannt, wie sie sich im Frühling präsentieren werden – und wie sie in dreißig Jahren aussehen.

 

Der Bauantrag ist abgeschickt!

Diese Woche haben wir mit unserer Architektin den Bauantrag fertig gestellt und in den Briefkasten geworfen. Damit ist nun das Bauamt dran, unseren Antrag zu prüfen. Und dann können wir hoffentlich wie geplant im kommenden Frühjahr mit unserem Strohlehmhaus beginnen.

So soll es mal aussehen - unser Strohlehmhaus
So soll es mal aussehen – unser Strohlehmhaus

Wochenlang haben wir in der ganzen Gruppe und in Arbeitsgruppen mit unserer Architektin, den Technikplaner/innen und einigen weiteren Beteiligten über den Details gegrübelt. Wie viele Wohneinheiten wollen wir im Neubau und wie groß sollen sie werden? Welche Gemeinschaftsräume planen wir ein? Wie machen wir aus der energetisch und preislich günstigen Quaderform des Hauses trotzdem eine ansprechende Fassade? Was für ein Heizsystem wollen wir haben? Und wie breit ist eigentlich eine Feuerwehrzufahrt und wo soll das Regenwasser vom Dach hingeleitet werden?Am Ende sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden: Wir bauen ein ökologisches Strohlehmhaus für 17 Erwachsene und gerade 2 Kinder, mit einem großen, gemeinsamen Hauswohnzimmer und Wohnküchen in den 3 WGs. Außerdem gibt es ein kleines Ruhewohnzimmer und ein Arbeitszimmer, die alle Hausbewohner*innen nutzen können. Im Keller des Altbaus wird es einen Holzpelletkessel geben, der beide Gebäude mit Wärme versorgt. Anschlüsse für eine Solarthermie- und eine PV-Anlage, die wir später nachrüsten können, sind eingeplant.

Jetzt beenden wir in den nächsten Wochen noch die Baustellen im Altbau – wir lassen gerade eine Wassersperre im Keller des alten Hauses machen, damit auf Dauer keine Feuchtigkeit hochsteigen kann. Deshalb ist unser Haus von einem Graben umgeben wie eine Burg und nach und nach werden die Wände aufgesägt und mit einer Feuchtigkeitssperre versehen. Für die geplanten Heizungsräume haben wir einen ganzen Kellerraum von Bauschutt befreit und mehrere Wände und Decken eingerissen. Jetzt sollen noch zwei Gräben für die Leitung von Regenwasser und Strom in Richtung Garten gebuddelt werden und dann wird zum Winter alles wieder zugemacht.

Wenn der Winter kommt, wollen wir uns nach den vielen Baustellen und Planungen wieder mehr uns als Gruppe widmen und wenn möglich, die Gruppe um ein paar Menschen vergrößern. Wer Interesse an unserem Wohnprojekt hat, konkret am Wohnen in einer 6er oder 8er-WG im Neubau ab Mitte 2017 und am mitwirken in der Bauphase, der oder die melde sich gerne mit einer Mail an info@wurzelnundwirken.de.