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Sommerfest

Zwei Monate sind seit dem Einzug vergangen. Wir haben unsere Zimmer eingerichtet und die Küchen laufen. Jetzt freuen wir uns auf eine Sommerpause, in der wir uns Bautags- und Plenumsfrei spendieren. Vorher wollten wir uns und das gute Leben aber noch einmal feiern: mit unserem bald traditionellen Sommerfest! 🙂

Zwischen Scheunen und Neubau, haben wir ein ganzes Wochenende im Juli 2017 mit Freund*innen und Gästen verbracht. Unsere ganze Straße war eingeladen und am Ende haben wir so 300 Erwachsene und ziemlich unüberschaubar viele Kinder gezählt. Samstag tanzten wir zu den „Mopeds“, unserer aktuellen Lieblingslokalband aus Wustermark. Davor zum Kaffee und Kuchen „Love Aint Just Yesterday“ mit Nachmittagsjazz und danach DJane in der Nordscheune. Wir freuen uns, dass so viele Menschen auch noch zum gemütlichen Sonntagsfrühstück geblieben sind. Auch wenn wir ihnen unserem workaholic-Modus praktisch die halbvolle Kaffeetasse aus der Hand weggeräumt haben. 🙂 Das nächste wurzeln & wirken Festival findet dann in zwei Jahren statt, dazwischen lassen wir es etwas ruhiger und kleiner angehen.


Vorbereitungsplenum: Alle Projektbewohner*innen beim letzten Orgaplenum am Morgen des Festes.


Sommerfestwegweiser und Neubau: Selbstgebauter Wegweiser vor der Bühne.

Sommerfest Himmel: In diese Richtung liegt Berlin, aber wir finden es schön hier.

Beleuchteter Weg: Im Hintergrund die beleuchtete Nordscheune, links der Neubau. Pavillon: Hier nicht zu sehen, die drei Hängematten in der beleuchteten Weide.


Draufsicht: Fast alle sind im Bett, nur am Lagerfeuer wird noch gesungen.


Morgen Danach: Fünf dieser 10L-Kannen Kaffee gingen am Morgen danach weg.

Zeltwiese: Auf den unteren 5000m² des Grundstückes, die Zeltwiese.


Leere Schüsseln: Wenn 300 Menschen selbstgemachtes Essen mitbringen: großartig. Danke für die Tupperdosen! 😉

Fertig! Einzug ins Strohballenhaus!

Im Mai 2017 haben wir unser Strohballenhaus bezogen. Nach einem anstrengenden Endspurt aus Dielen legen, ölen und polieren, Decken & Wände malern und selbstgemachtem Lehmputz auf die Kalksteinwände ziehen, hat Wustermark nun 16 neue Mitbürger*innen. In der Zeit vor dem Einzug haben wir uns bereits in WGs zusammen gefunden und genießen nun ein Haus, das mit Gemeinschaft im Kopf geplant wurde. Alle Zimmer haben ihren eigenen Charme, für die Ruheliebenden das Dachgeschoss, für die lebenslustig Lauten das Zimmer neben der Küche. Große Gemeinschaftswohnbereiche werden uns Begegnungen am Frühstückstisch ebenso ermöglichen wie ausgedehnte Wohnprojektplena. Wir sind gespannt auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte und danken allen Menschen, die uns professionell und ideell bei diesem Vorhaben unterstützt haben!

Schleifen, Ölen, Polieren. Der Dielenboden ist mit ökologischem Hartöl präpariert
Schleifen, Ölen, Polieren. Der Dielenboden ist mit
ökologischem Hartöl präpariert
Die Einbauküchen sind Bastelarbeit, nur Profis könnten es besser
Die Einbauküchen sind Bastelarbeit, nur Profis könnten es besser
Die tragenden Kalksteinwände werden liebevoll mit Lehm oder Kalkschlemme veredelt
Die tragenden Kalksteinwände werden liebevoll mit Lehm oder Kalkschlemme veredelt
Sogar die weißen Wände sind mit Lehmfarbe gestrichen
Sogar die weißen Wände sind mit Lehmfarbe gestrichen

Die letzten Monate in Bildern

Viel ist passiert seit dem letzten Eintrag. Die geringe Frequenz an Homepage-Aktualisierungen war natürlich umgekehrt proportional zu unserer Bautätigkeit. Was ist seit dem Stroheinbau geschehen?

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Mehr als nur Matsch – Lehm als ökologischer Baustoff bei der Verarbeitung

Da trockenes Stroh und feuchter Regen auf Dauer nicht harmonisieren, haben wir mit der Hilfe von vielen HerferInnen die Außenwände in feinsten brandenburgischen Lehm verpackt. Die Fassade hat noch einen Regenschutz aus Kalkputz spendiert bekommen. Lehmwände sollen für ein super Raumklima sorgen, da sie den Feuchtigkeitsgehalt regulieren helfen. Und wer auf Erdtöne steht, spart sich auch noch den Farbanstrich.

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17.400 Steine durchs Fenster gereicht, ausgerichtet und als „Fundament“ für den Bodenaufbau genutzt

Wie wir alle aus gut informierten Quellen wissen, können Häuser aus Stroh leicht weggepustet werden. Da haben wir natürlich vorgesorgt und alle Gebäudedecken mit Pflastersteinen ausgelegt. Damit bringt das Haus knapp 41 Tonnen an zusätzlichem Kampfgewicht auf die Waage. Eine stattliche Herausforderung für jede Wolfslunge. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Aktion ist sonst noch die bessere Dämmung von Trittschall, da die Decken durch die größere Masse weniger schnell in Schwingung geraten.

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Zwei der vier Schokoladenseiten des Hauses

Dach und Fassade sind fertiggestellt. Im schönsten Wintersonnenschein pflastern die HandwerkerInnen von Hacke&Hobel die Einfahrt, bauen Parkplätze und buddeln sich mit ihrem Bagger durch die Erdschichten der vergangenen Jahrhunderte. Das ergab für uns spannende Erkenntnisse, was in Wustermark unter der Erde so abgeht oder eher abging. Zudem sind wir jetzt an das Abwassersystem angeschlossen – ein wahrlich prächtiger Moment, zum ersten Mal die Sanitär-Infrastruktur auf Herz und Nieren zu testen 😉

Dämmen mit Stroh: Einbau der Strohballen

In den letzten Wochen haben wir an der Außenwand gearbeitet, um uns für den Winter zu rüsten. Statt Polystyrol-Platten aus Erdöl, haben wir uns für nachwachsendes Baustoffe vom Feld um die Ecke entschieden. Mit Strohballen in der Außenwand können wir so bessere Dämmwerte erzielen, als üblicherweise im Hausbau erreicht werden.

Anlieferung der Stroballen
Anlieferung der Stroballen

Mit einem Gabelstapler und vielen helfenden Händen wurde das Stroh in die einzelnen Etagen gebracht.

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Schauen, ob alles passt

Die Ballen wurden mit Spanngurten in Form gepresst. Nach dem Einbau werden die Gurte gelöst und der Ballen dehnt sich wieder aus. Dabei drückt er sich in die Ecken des umgebenden Holzgefach.

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Was nicht passt, wird passend gemacht…

Damit auch alles schön passt, wird der Strohballen mit sanftem Druck in seine endgültige Position gebracht.

Richtfest

Der Dachstuhl steht! Und dies haben wir in kleinem Kreis mit allen gefeiert, die durch ihre Unterstützung den Hausbau möglich gemacht haben. Noch einmal einen herzlichen Dank von uns an euch.

Im herrlichsten Sommerwetter hat der Kran die Richtkrone auf den Dachstuhl gesetzt. Unser Zimmermann hat in seinem Richtspruch dem Haus eine lange Zukunft gewünscht und es mit einem Schnapsglas-Wurf besiegelt. Na dann, auf geht’s …

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Richtschmaus unterm Sonnensegel
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Das Haus in seiner entgültigen Größe von der Straße aus gesehen

… und es wächst und wächst!

Schneller als wir mit der Dokumentation hinterherkommen, wächst der Rohbau in die Höhe. Hier ein paar Eindrücke, aus unserem Lieblingsfenster heraus:

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Das zweite Obergeschoss entsteht: die tragenden Wände sind schon fertiggemauert. Wegen seiner guten Ökobilanz, kommt als Baustein Kalksandstein zum Einsatz.

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Der Deckenaufbau ist nahezu komplett aus nachwachsenden Rohstoffen. Genauso, wie später unsere Außenwände.

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… und schließlich das Dachgeschoss.

Von den Plänen in die dritte Dimension: der Rohbau startet

Von den Plänen in die dritte Dimension: der Rohbau startet

In den vergangenen Monaten hockten wir über den Plänen und diskutierten hitzig über die vielen Entscheidungen. Die Früchte dieser Arbeit sind nun greifbar geworden und werden täglich größer. Vier Wochen reichten aus, um auf dem Gelände die erste Etage unseres Stroh-Lehmhauses zu errichten.

Alles begann mit ein paar Maschinen und einer unberührten Wiese…

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Die Gräben für die Fundamente wurden ausgehoben, mit Drahtkörben ausgelegt und anschließend wieder mit Beton verfüllt.

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Nachdem die Bodenplatte gegossen und die Anschlüsse gelegt waren, dominierten die MaurerInnen den Bauplatz. In wenigen Tagen entstanden die Innenwände der ersten Etage.

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Die Außenwände übernahm die Zimmerei. Jede Wand ist ein Rahmengestell aus Vollholz, der auf dem Bauplatz vormontiert und dann per Kran an den Zielort verfrachtet wurde. Die Fächer werden dann später mit den Strohballen ausgefüllt und isolieren das Haus vor dem brandenburgischem Winter. Die Stroh-Lehm Außenwand sorgt dafür, dass das Haus nur die Hälfte der Primärernergie verbraucht, wie ein herkömmlicher Neubau.

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