Wir sind Syndikat!

Wir freuen uns riesig, seit Mitte Oktober Teil des Mietshäusersyndikats zu sein. Vor einer Woche haben die aktuell rund hundert Syndikats-Projekte uns in ihre Mitte aufgenommen.

Bild: Logo Mietshäusersyndikat

Für den Beitritt zum Syndikat waren wir ins ferne Freiburg gefahren, wo vor gut 30 Jahren die ersten Pojekte gegründet wurden und wo die die Idee des Syndikats entstand. Viele interessante Menschen und Projekte durften wir kennen lernen, wir haben spannende Geschichten gehört und and der Zukunft des Syndikats mitgetüftelt.

Das Mietshäuser Syndikat ist ein Zusammenschluss selbstorganisierter Hausprojekte. Es beteiligt sich an Projekten, damit diese dem Immobilienmarkt entzogen werden, hilft mit Know How bei der Projektfinanzierung und initiiert neue Projekte.

Was bedeutet die Syndikats-Mitgliedschaft konkret für unser Projekt?

  • Die Erfahrungen und die Expertise im Projektverbund helfen uns, die Herausforderungen unseres WuWi-Projektes zu meistern.
  • Wir werden Teil eines Solidarverbundes und tragen dazu bei, dass neue Projekte unterstützt werden können.
  • Wir sichern unser Gemeinschaftsprojekt gegen Privatisierung. Unser Grundstück in Wustermark wird immer für selbstorganisierte Gemeinschaftsprojekte erhalten bleiben und ist somit dem Spekulationsmarkt entzogen. Wie das fuktioniert, zeigt das Bild unten:

Bild: Struktur Mitgliedschaft im Syndikat

Hier findet ihr mehr zur Idee des Mietshäusersyndikats und wie sie funktioniert….

 

 

Sommerfest 2015

Im Dezember haben wir das Grundstück in Wustermark gekauft, im Mai sind die ersten von uns hingezogen und am 13. Juni feierten wir das mit einem großen Sommerfest mit allen Nachbarn, Freunden und Familien. Ein rauschendes Fest, das uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird, trotz rauschendem Regen und Gewitter.

Mit über 20 Zelten verwandelte sich unsere Pferdewiese schnell in ein Festivalgelände und in der Scheune türmte sich mit den kulinarischen Mitbringseln unserer Gäste und dem, was wir vorbereitet hatten, ein umfangreiches Buffett. Gäste strömten auf das Gelände, am Ende waren es um die 200 Leute. Ein besonderes Highlight am Nachmittag war der Parcours, bei dem sich Gäste in Zweierteams bei Wohnprojekt-typischen Aktivitäten wie Holzbalken sägen, Sensen, Schubkarrenrennen und Putz von Steinen klopfen messen konnten. Die schnellste Gruppe sowie die mit der besten Performance gewannen die goldene Dachschindel bzw. ein paar Arbeitshandschuhe.

Dann schlug das Gewitter los und unsere Party wurde in Regen getränkt. Eigentlich sollte die Band – son kapital aus Berlin – anfangen zu spielen, doch wir verschoben den Auftritt, bis plötzlich ein Nachbar mehrere schnell aufbaubare Pavillons aus dem Auto beförderte und man dem Konzert damit auch im Trockenen lauschen konnte. Die meisten bevorzugten allerdings das Tanzen im Starkregen.

Später am Abend – das Buffett hatte sich von Kaffee und Kuchen zu Herzhaftem und Nachtischen gewandelt – hörte der Regen glücklicherweise auf uns es gelang uns, die Lagerfeuer anzuzünden. Kerzen, Fackeln und Lampions erhellten den Garten und am Lagerfeuer wurde noch bis spät in die Nacht mit der Gitarre gesungen und geplaudert.

Nach vielen positiven Rückmeldungen von glücklichen Gästen und herzlichen Nachbarn wird das erste sicherlich nicht das letzte Sommerfest von wurzeln und wirken in Wustermark gewesen sein. Großartige Geschenke wie ein Rasenmäher und jede Menge Pflanzen für den gigantischen Garten sind inzwischen eingepflanzt bzw eingeweiht. Im nächsten Sommer steht dann hoffentlich schon das Gerüst unseres Neubaus, so dass wir auch noch ein Richtfest feiern können.

Schaut euch die Fotos vom Fest an:

Pferde und andere Rasenmäher

Wie sollen wir die große Wiese mähen, haben wir uns gefragt. Schaffen wir das dauerhaft mit der Sense? Ist ein Benzin-Rasenmäher vertretbar – weil 200 Meter Kabel nicht praktikabel sind, und der Trecker des Nachbarn auch mit Erdöl fährt? Bevor wir zu einer Entscheidung kommen konnten, hat der Nachbar mit dem Trecker Fakten geschaffen: er hat kurzerhand seine Pferde zum Grasen auf die Wiese gestellt.

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Wir steigen uns aufs Dach

Schindel um Schindel wandert durch behandschuhte Hände – von den krummen Dachsparren zur langen Leiter, runter auf den Boden und dann zur Palette. Unterwegs mit den Hammer leicht anklopfen und lauschen, ob sie keinen Sprung haben. „Heidepriem Rathenow“ ist in einige der Tonziegel eingeprägt. Sie wurden also gleich hier um die Ecke hergestellt, in Handarbeit, wie es scheit, denn jeder ist ein wenig anders: etwas dicker, dünner, schwerer, leichter, mit hellem oder dumpfen Klang.

In den letzten Wochen haben wir das Dach der Südscheune abgedeckt. Denn schweren Herzens haben wir beschlossen, das blitzgeschädigte Gebäude mit dem klaffenden Loch im Dach abzureißen. Leicht ist uns die Entscheidung nicht gefallen, denn die roten Ziegelwände mit den schönen Fenster- und Türbögen hätten wir sehr gern erhalten. Doch zu lange waren die Mauern ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt: akut einsturzgefährdet, lautet die Diagnose. Wir trösten uns damit, dass wir die meisten Schindeln und Ziegel retten können, und damit die anderen alten Gebäude reparieren werden.

Danke an alle, die uns so tatkräftig unterstützt haben! Die sich auf die Hebebühne und das Dach gewagt haben, unermüdlich Schindeln sortiert und eingestapelt haben und generell dabei waren beim „sich schindeln“.

 

Die Gruppe wächst

Unsere Gruppe hat Zuwachs bekommen: Zwei unserer Interessent*innen haben sich dafür entschieden, jetzt fest bei uns einzusteigen, worüber wir uns herrlich freuen. Jetzt sind wir elf Erwachsene und haben noch vier weitere Erwachsene und vier Kinder, die sich in den kommenden Wochen überlegen wollen, ob sie zu uns passen und umgekehrt.

Die ersten Umzugspläne sind auch schon geschmiedet. Im Mai wollen die ersten vier von uns nach Wustermark ziehen – erst einmal in das gut bewohnbare Obergeschoss des Altbaus. Dann wollen wir sehen, dass wir die anderen Geschosse über das Jahr hinweg bewohnbar bekommen, so dass weitere von uns im Frühjahr 2016 rausziehen können. Nächstes Frühjahr wollen wir ebenfalls mit dem Strohballen-Neubau beginnen. Wenn alles klappt, können wir alle / ca. 16 Leute Anfang 2017 in den Neubau ziehen.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Ein Haus aus Stroh! Naja, nicht ganz, das Stroh dient der Dämmung und davor kommen Lehm und eine Außenschicht Kalk gegen das Wetter. Das kann dann so aussehen:

Strohballenhaus im Ökodorf Sieben Linden

Strohballenhaus im Ökodorf Sieben Linden

Für den Strohballenbau haben wir die erfahrene Stroharchitektin Friederike Fuchs gewinnen können. Und für die Sanierung der Scheunen und die ersten Arbeiten am Altbau den Bauingenieur Tom Karrei. Es geht also richtig los mit den Arbeiten auf dem Gelände. Heute habe ich unseren ersten Vorschlaghammer gekauft – grins 😉

Silvester – erste Nächte im neuen Haus

Heute waren wir in Wustermark um alles für unsere Silvesterfeier vorzubereiten. Die Silvestertage wollen wir mit der ganzen Wohnprojektgruppe zum ersten Mal in unseren neuen vier Wänden übernachten, leben und feiern.

Heute war es zu allererst eisig kalt. Die Minusgrade von draußen herrschten auch im seit Monaten unbeheizten Altbau. Das Anwerfen der Nachtspeicherheizung von gestern auf heute hatte nicht funktioniert. Also schlugen wir als erstes Kleinholz und befütterten die zwei Kamine, vor dessen wohlige Wärme wir uns neben räumen, putzen und Bohrmaschinen schwingen abwechselnd wieder auftauten. Wir hoffen sehr für die Silvesterparty, dass wir bis dahin die Heizkörper in Gang bekommen.

Zum Jahresende freuen wir uns besonders, dass unsere Wohnprojektgruppe angewachsen ist. Seit November sind 6 Interessierte hinzu gekommen, die auch 4 Kinder in die Gruppe mitbringen: Jirka, Nina, Chrissi, Flo, Stephan und Fritzi. Sie werden jetzt ein paar Monate mitmachen, so dass wir sehen können, ob wir zu einander passen. Damit sind wir jetzt insgesamt 15 Leute – eine gute Basis, um mit den ersten Leuten im Frühjahr raus zu ziehen und ab nächstem Frühjahr den Strohballen-Neubau zu wuppen. Rutscht alle gut ins neue Jahr!