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Wir wollen wachsen!

Liebe Menschen,

wir, 24 Menschen von 0 bis 41 Jahren, suchen Mitgestalter_innen und Mitbewohner_innen für unser sozial-ökologisches Wohnprojekt
„wurzeln & wirken“ in Wustermark bei Berlin.

Die Idee

Wir wollen gemeinschaftlich, ressourcenschonend und selbstbestimmt wohnen. Ökologisches und energieeffizientes Sanieren und Bauen sind uns wichtig, sowie das Leben mit einem kleinen ökologischen Fußabdruck. Wir haben bereits einen großen Neubau in Holzrahmen-Strohballen-Bauweise mit KfW-Effizienzstandard 55 auf unserem Gelände realisiert, den wir seit Mai 2017 bewohnen. Wir wollen unseren Wohnraum eigenverantwortlich, gleichberechtigt und möglichst unabhängig von individuellem Einkommen gestalten sowie ihn dem spekulativem Immobilienmarkt entziehen. Deshalb ist unser Projekt Teil des Mietshäusersyndikats. Entscheidungen treffen wir gemeinsam im regelmäßigen Plenum. Wir fühlen uns der Umwelt-, der Klima- und der Postwachstumsbewegung verbunden sowie den globalen Bewegungen für Demokratie und sozial-ökologische Gerechtigkeit. Diese Ideen diskutieren wir in der Theorie, versuchen sie alltagspraktisch umzusetzen und inspirieren uns zur Teilnahme an politischen Demonstrationen und Aktionen. Das Projekt bietet unterschiedlich große Wohneinheiten, die wir aktuell als 2 Wohngemeinschaften und 1 Familieneinheit bewohnen. Zwischen den Einheiten gibt es viel Austausch, hausweites gemeinsames Kochen und Essen passieren mal in dieser, mal in jener Küche über die Wohneinheiten hinweg. Gemeinsam gestalten wir den Garten und füllen die Gemeinschaftsräume mit Leben. Wir haben eine kollektive Essenskasse für das gesamte Projekt, mit der wir Bio-Lebensmittel und Produkte einer solidarischen Landwirtschaft einkaufen.

Das Gelände

Das Grundstück befindet sich in Wustermark im Havelland, westlich von Spandau. Es handelt sich um ein früheres LPG-Gelände von 10.000 qm inkl. eines alten Wohnhauses, das ab Frühjahr 2019 saniert wird. Insgesamt wird es damit Platz für ca. 26 Privatzimmer plus entsprechende Gemeinschaftsflächen in 2 Häusern geben. Eine alte Scheune befindet sich auf dem Grundstück, die wir soweit ausgebessert haben, dass sie eine PV-Anlage trägt und viel Platz für Werkstätten, Feste, etc. bietet. Zwischen Beeten, Baustellen und Bauwagen findet sich immer noch genug Platz für eigene Ideen und tobende Kinder. Der Regionalbahnhof ist 10 Minuten zu Fuß entfernt, es gibt stündliche Verbindungen nach Berlin und
Potsdam, jeweils eine halbe Stunde bis Hbf.

Wie ihr dabei sein könnt

Mit der Fertigstellung der Sanierung des Altbaus im Winter 2019/2020 wird es voraussichtlich 2-4 freie Zimmer in einer 8er-bis-10er-WG im sanierten Altbau, eine freie 3er-bis-4er-Wohnung im Strohballenhaus sowie 1-2 freie Zimmer in einer barrierefreien 6er-WG im Strohballenhaus-Erdgeschoss geben. Die Zimmer in beiden Häusern sind zwischen 14 und 25 qm groß, mit Gemeinschaftsflächenanteilen entfallen auf jede Person etwas mehr als 30 qm. Wir haben ein solidarisches Mietpreissystem und zahlen im Durchschnitt etwa 350 Euro pro Zimmer.

Wir suchen Menschen, die mit uns wohnen möchten und sich bereits ab Frühjahr 2019 in die Umsetzung und Ausgestaltung der Altbausanierung einbringen möchten. Ihr solltet Lust auf gemeinschaftliches Wohnen und Gestalten haben und grundsätzlich mit unserem Selbstverständnis einigermaßen
übereinstimmen – dieser Text ist allerdings nicht in Stein gemeißelt und befindet sich in ständiger Diskussion, so dass wir euch ermuntern möchten, euch auch bei uns zu melden, wenn ihr
euch nicht in allen Formulierungen 100%ig wiederfindet. Wir freuen
insbesondere über das Interesse am gemeinschaftlichen Wohnen, Leben und politischen Wirken mit uns von Menschen unterschiedlichster Hintergründe und Herkünfte sowie verschiedensten Zugehörigkeiten zu gesellschaftlichen Minder- oder Mehrheiten. Insbesondere freuen wir uns auch über ältere Menschen
und Menschen, die die entstehenden Werkstatt- und Veranstaltungsräume auf dem Gelände für ihre Arbeit nutzen möchten. Wir haben Lust auf eine noch viel buntere Gruppe, als wir jetzt schon sind – schreibt uns, wer ihr seid und welche
Ideen und Lebensentwürfe ihr mitbringt!

Es wird demnächst Termine geben, an denen ihr uns und das Grundstück kennenlernen könnt. Wenn ihr dazu kommen wollt, meldet euch bitte bis spätestens 16.11.2018 unter wurzelnundwirken@posteo.de und beantwortet am
besten schon einmal folgende Fragen:

– Wieso wollt ihr in einem sozial-ökologischen Wohnprojekt leben?
– An welcher Art Wohneinheit/welchen Zimmern habt ihr Interesse?
– Was passt gut für euch am Ort Wustermark, was nicht?

Kontaktiert uns gern auch mit euren Fragen an uns!

Wir freuen uns auf euch, liebe Grüße

Alexis, Astrid, Chrissi, Finnja, Flo, Franca, Franzi, Fritz, Jakob, Jana, Jirka, Joris, Judith, Jurek, Klaus, Marcel, Marek, Niki, Nina, Robert, Simon, Svea, Vera

Sommerfest

Zwei Monate sind seit dem Einzug vergangen. Wir haben unsere Zimmer eingerichtet und die Küchen laufen. Jetzt freuen wir uns auf eine Sommerpause, in der wir uns Bautags- und Plenumsfrei spendieren. Vorher wollten wir uns und das gute Leben aber noch einmal feiern: mit unserem bald traditionellen Sommerfest! 🙂

Zwischen Scheunen und Neubau, haben wir ein ganzes Wochenende im Juli 2017 mit Freund*innen und Gästen verbracht. Unsere ganze Straße war eingeladen und am Ende haben wir so 300 Erwachsene und ziemlich unüberschaubar viele Kinder gezählt. Samstag tanzten wir zu den „Mopeds“, unserer aktuellen Lieblingslokalband aus Wustermark. Davor zum Kaffee und Kuchen „Love Aint Just Yesterday“ mit Nachmittagsjazz und danach DJane in der Nordscheune. Wir freuen uns, dass so viele Menschen auch noch zum gemütlichen Sonntagsfrühstück geblieben sind. Auch wenn wir ihnen unserem workaholic-Modus praktisch die halbvolle Kaffeetasse aus der Hand weggeräumt haben. 🙂 Das nächste wurzeln & wirken Festival findet dann in zwei Jahren statt, dazwischen lassen wir es etwas ruhiger und kleiner angehen.


Vorbereitungsplenum: Alle Projektbewohner*innen beim letzten Orgaplenum am Morgen des Festes.


Sommerfestwegweiser und Neubau: Selbstgebauter Wegweiser vor der Bühne.

Sommerfest Himmel: In diese Richtung liegt Berlin, aber wir finden es schön hier.

Beleuchteter Weg: Im Hintergrund die beleuchtete Nordscheune, links der Neubau. Pavillon: Hier nicht zu sehen, die drei Hängematten in der beleuchteten Weide.


Draufsicht: Fast alle sind im Bett, nur am Lagerfeuer wird noch gesungen.


Morgen Danach: Fünf dieser 10L-Kannen Kaffee gingen am Morgen danach weg.

Zeltwiese: Auf den unteren 5000m² des Grundstückes, die Zeltwiese.


Leere Schüsseln: Wenn 300 Menschen selbstgemachtes Essen mitbringen: großartig. Danke für die Tupperdosen! 😉

Fertig! Einzug ins Strohballenhaus!

Im Mai 2017 haben wir unser Strohballenhaus bezogen. Nach einem anstrengenden Endspurt aus Dielen legen, ölen und polieren, Decken & Wände malern und selbstgemachtem Lehmputz auf die Kalksteinwände ziehen, hat Wustermark nun 16 neue Mitbürger*innen. In der Zeit vor dem Einzug haben wir uns bereits in WGs zusammen gefunden und genießen nun ein Haus, das mit Gemeinschaft im Kopf geplant wurde. Alle Zimmer haben ihren eigenen Charme, für die Ruheliebenden das Dachgeschoss, für die lebenslustig Lauten das Zimmer neben der Küche. Große Gemeinschaftswohnbereiche werden uns Begegnungen am Frühstückstisch ebenso ermöglichen wie ausgedehnte Wohnprojektplena. Wir sind gespannt auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte und danken allen Menschen, die uns professionell und ideell bei diesem Vorhaben unterstützt haben!

Schleifen, Ölen, Polieren. Der Dielenboden ist mit  ökologischem Hartöl präpariert

Die Einbauküchen sind Bastelarbeit, nur Profis könnten es besser

Die tragenden Kalksteinwände werden liebevoll mit Lehm oder Kalkschlemme veredelt

Sogar die weißen Wände sind mit Lehmfarbe gestrichen

Die letzten Monate in Bildern

Viel ist passiert seit dem letzten Eintrag. Die geringe Frequenz an Homepage-Aktualisierungen war natürlich umgekehrt proportional zu unserer Bautätigkeit. Was ist seit dem Stroheinbau geschehen?

Mehr als nur Matsch - Lehm als ökologischer Baustoff bei der Verarbeitung
Mehr als nur Matsch – Lehm als ökologischer Baustoff bei der Verarbeitung

Da trockenes Stroh und feuchter Regen auf Dauer nicht harmonisieren, haben wir mit der Hilfe von vielen HerferInnen die Außenwände in feinsten brandenburgischen Lehm verpackt. Die Fassade hat noch einen Regenschutz aus Kalkputz spendiert bekommen. Lehmwände sollen für ein super Raumklima sorgen, da sie den Feuchtigkeitsgehalt regulieren helfen. Und wer auf Erdtöne steht, spart sich auch noch den Farbanstrich.

15.000 Steine durchs Fenster
15.000 Steine durchs Fenster

Wie wir alle aus gut informierten Quellen wissen, können Häuser aus Stroh leicht weggepustet werden. Da haben wir natürlich vorgesorgt und alle Gebäudedecken mit Pflastersteinen ausgelegt. Damit bringt das Haus knapp 41 Tonnen an zusätzlichem Kampfgewicht auf die Waage. Eine stattliche Herausforderung für jede Wolfslunge. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Aktion ist sonst noch die bessere Dämmung von Trittschall, da die Decken durch die größere Masse weniger schnell in Schwingung geraten.

Zwei der vier Schokoladenseiten des Hauses

Dach und Fassade sind fertiggestellt. Im schönsten Wintersonnenschein pflastern unsere Lieblings-Handwerker*Innen von Hacke&Hobel die Einfahrt, bauen Parkplätze und buddeln sich mit ihrem Bagger durch die Erdschichten der vergangenen Jahrhunderte. Das ergab für uns spannende Erkenntnisse, was in Wustermark unter der Erde so abgeht oder eher abging. Zudem sind wir jetzt an das Abwassersystem angeschlossen – ein wahrlich prächtiger Moment, zum ersten Mal die Sanitär-Infrastruktur auf Herz und Nieren zu testen 😉

Dämmen mit Stroh: Einbau der Strohballen

In den letzten Wochen haben wir an der Außenwand gearbeitet, um uns für den Winter zu rüsten. Statt Polystyrol-Platten aus Erdöl, haben wir uns für nachwachsendes Baustoffe vom Feld um die Ecke entschieden. Mit Strohballen in der Außenwand können wir so bessere Dämmwerte erzielen, als üblicherweise im Hausbau erreicht werden.

Anlieferung der Stroballen
Anlieferung der Stroballen

Mit einem Gabelstapler und vielen helfenden Händen wurde das Stroh in die einzelnen Etagen gebracht.

 Schauen, ob alles passt
Schauen, ob alles passt

Die Ballen wurden mit Spanngurten in Form gepresst. Nach dem Einbau werden die Gurte gelöst und der Ballen dehnt sich wieder aus. Dabei drückt er sich in die Ecken des umgebenden Holzgefach.

Was nicht passt, wird passend gemacht...
Was nicht passt, wird passend gemacht…

Damit auch alles schön passt, wird der Strohballen mit sanftem Druck in seine endgültige Position gebracht.

Richtfest

Der Dachstuhl steht! Und dies haben wir in kleinem Kreis mit allen gefeiert, die durch ihre Unterstützung den Hausbau möglich gemacht haben. Noch einmal einen herzlichen Dank von uns an euch.

Im herrlichsten Sommerwetter hat der Kran die Richtkrone auf den Dachstuhl gesetzt. Unser Zimmermann hat in seinem Richtspruch dem Haus eine lange Zukunft gewünscht und es mit einem Schnapsglas-Wurf besiegelt. Na dann, auf geht’s …

Richtschmaus unterm Sonnensegel
Richtschmaus unterm Sonnensegel
Das Haus in seiner entgültigen Größe von der Straße aus gesehen
Das Haus in seiner entgültigen Größe von der Straße aus gesehen

… und es wächst und wächst!

Schneller als wir mit der Dokumentation hinterherkommen, wächst der Rohbau in die Höhe. Hier ein paar Eindrücke, aus unserem Lieblingsfenster heraus:

Das zweite Obergeschoss entsteht: die tragenden Wände sind schon fertiggemauert. Wegen seiner guten Ökobilanz, kommt als Baustein Kalksandstein zum Einsatz.

Der Deckenaufbau ist nahezu komplett aus nachwachsenden Rohstoffen. Genauso, wie später unsere Außenwände.

… und schließlich das Dachgeschoss.

Von den Plänen in die dritte Dimension: der Rohbau startet

Von den Plänen in die dritte Dimension: der Rohbau startet

In den vergangenen Monaten hockten wir über den Plänen und diskutierten hitzig über die vielen Entscheidungen. Die Früchte dieser Arbeit sind nun greifbar geworden und werden täglich größer. Vier Wochen reichten aus, um auf dem Gelände die erste Etage unseres Stroh-Lehmhauses zu errichten.

Alles begann mit ein paar Maschinen und einer unberührten Wiese…

Die Gräben für die Fundamente wurden ausgehoben, mit Drahtkörben ausgelegt und anschließend wieder mit Beton verfüllt.

Nachdem die Bodenplatte gegossen und die Anschlüsse gelegt waren, dominierten die Maurer*Innen den Bauplatz. In wenigen Tagen entstanden die Innenwände der ersten Etage.

Die Außenwände übernahm die Zimmerei. Jede Wand ist ein Rahmengestell aus Vollholz, der auf dem Bauplatz vormontiert und dann per Kran an den Zielort verfrachtet wurde. Die Fächer werden dann später mit den Strohballen ausgefüllt und isolieren das Haus vor dem brandenburgischem Winter. Die Stroh-Lehm Außenwand sorgt dafür, dass das Haus nur die Hälfte der Primärernergie verbraucht, wie ein herkömmlicher Neubau.

 

17. Mai: Spatenstich für den Neubau

Am 17. Mai wird sich unser Grundstück in eine große Baustelle verwandeln: Unser Stroh-Lehmhaus wird gebaut! Die ersten Gewerke sind beauftragt, die Planungen laufen auf Hochtouren und wir sind voller Vorfreude auf unser ökologisches KfW55-Haus mit Holzständern, Lehmputz und Strohdämmung, das für etwa 18 große und kleine Leute in drei Wohneinheiten ein zu Hause werden soll.

So ähnlich und in dieser Farben erstrahlt bald unser neues Haus: